Was ist ein Mikrochip?
Anhand unserer täglichen Telefongespräche haben wir festgestellt, dass viele Menschen nicht wissen was ein Mikrochip ist und wozu es dient.
Zu aller erst muss man wissen dass seit 1991 in Italien das Hunderegister
(Anagrafe Canina) eingeführt wurde und dass deswegen alle italienischen
Bürger ihren Hund beim Hunderegister des eigenen Wohnsitzes anmelden
müssen. Bei der Anmeldung wird eine Sequenz von Buchstaben und Nummern
zugewiesen die im linken Ohr oder im rechten Innenschenkel tätowiert
wird.
Seit einigen Jahren benutzt man die elektronische Identifizierungsmethode:
den Mikrochip. Das neue Gesetzt ist jedoch nur allmählich und nur von
einigen Regionen übernommen wurden (Emilia Romagna, Lazio, Lombardei,
Toskana, Veneto). Andere Regionen sind dabei sich an dieses Gesetz anzupassen
doch bedeutet dies, dass in einigen Regionen statt der Implantierung des
Mikrochips, die Hunde weiterhin tätowiert werden. Problematisch sind
auch die zehn oder gar 12 Jahre alten Papierarchiven der Hunderegister die
einige Gemeinden weder elektronisch verarbeitet noch an die regionale Datenbank
übermittelt haben.
Der Mikrochip ist ein Transponder, eine winzige Kapsel (die trotz der verschiedenen
Ausführungen, immer winzige Ausmaße aufweist: wenige Millimeter
Länge und Breite)
- die aus Materialien besteht die keinerlei Störung oder Abstossung
verursachen
- die subkutan, in wenigen Sekundenbruchteilen, hinter dem Ohr in der linken Nackenseite mit einer besonderen Spritze implantiert wird
Der Mikrochip ist an sich inaktiv und sendet Daten an ein besonderes Lesegerät nur wenn dieses sich in der unmittelbaren Nähe befindet. Normalerweise sind der Veterinärdienst der ASL, die freiberuflichen Tierärzte, die Polizia Municipale und natürlich der Hundefänger mit einem solchen Lesegerät ausgestattet. Auf dem Bildschirm dieses Gerätes erscheint eine 15 stellige Kenn-Nummer, eine auf der ganzen Welt einzigartiger ID-Nummer die folgende Angaben kennzeichnet:
- das Land indem der Mikrochip implantiert wurde
- den Mikrochiphersteller
- die letzten sechs Nummern kennzeichnen das Tier
Es ist so wie wenn Sie Ihr Tier mit einem "Autonummernschild" versehen hätten.
Vor- und Nachteile
Die Mikrochiphersteller sind sicherlich die ersten Nutznießer dieses neuen Gesetzes, doch muss man folgende Punkte bedenken:
- die Tätowierung könnte schmerzhaft sein und deswegen wird
sie leider manchmal bei älteren Hunden nicht angewendet (wegen der
mit einer Anästhesie zusammenhängenden Risiken)
- die Tätowierung kann nach einiger Zeit verblassen (somit ist eine
erneute Tätowierung notwendig)
- die Tätowierung erfolgt an schwer zu kontrollierenden Stellen
(zum Beispiel im rechten Schenkelinneren... Wie viele Male haben Sie versucht
zu kontrollieren, trotz des dichten Fells und der verstrichenen Jahre,
ob die Tätowierung Ihres Hundes noch lesbar ist?)
- die Kodifizierung der Tätowierung und deren Registrierung erfolgt von Region zu Region auf unterschiedliche Weise
So fand man es für angemessen auf ein neues, elektronisches, einheitliches Identifizierungssytem zu übergehen und, dem Gesetze folgend, MÜSSEN ALLE Hunde in Italien mit diesem Transponder ausgestattet werden die in solchen Regionen ansässig sind, die dieses Identifizierungssytem benutzen. Unabhängig davon ob der Mikrochip oder die Tätowierung angewendet werden, MÜSSEN ALLE Hunde innert 30 Tagen ab Geburtsdatum oder nachdem man in Besitz des Tieres gelangt, beim Hunderegister (Anagrafe Canina) des eigenen Wohnsitzes angemeldet werden. Die Anagrafe Canina ist auch das einzige, zugelassene Amt das mit der Registrierung und Haltung dieser Angaben beauftragt ist. Auch der ENCI Verein (Ente Nazionale Cinofilo Italiano - der bekannteste italienische Hundebesitzerverein) verwendet nun die Mikrochips (und nur offizielle Mikrochips, also die von den Gemeinden oder den zuständigen ASL Büros geliefert werden) als einziges Identifikationsmittel für alle Hunde die in den Abstammungsregistern eingetragen werden.
Lediglich jene Hunde die noch eine perfekt lesbare Tätowierung aufweisen und solange diese nicht zu erblassen beginnt, sind von dieser Regel ausgenommen und benötigen keine Transponderimplantierung. Natürlich werden wahre Tierliebhaber ihren Hund mit einem Mikrochip versorgen auch wenn die Tätowierung noch lesbar ist. Vorsorgen ist sicherlich besser als... sich an uns wenden zu müssen!
Und es müssen auch wirklich alle Hunde "gechippt" werden, auch die ganz kleinen Hunde - die sonst immer zuhause sind und die unvermeidlich davonrennen wenn sie auch nur eine angelehnte Tür finden (und Sie haben keine Ahnung wie oft dies passiert - aber wenn Sie diese Zeilen lesen, ist es wahrscheinlich schon zu spät...).
Kontrollieren Sie, dass nach der Implantierung des Transponders, die ID-Nummer (überprüfen Sie gründlich die GESAMTE Sequenz der 15 Zahlen) auch in der Datenbank des zuständigen Hunderegisters eingetragen wird. Unserer Erfahrung nach, raten wir Ihnen DRINGEND sich PERSÖNLICH zum zuständigen Hunderegister zu begeben und die tatsächliche Eintragung zu überprüfen.
Es sind leider Fehler von Seiten einiger Hunderegister begangen worden und ein besonderer Mikrochiphersteller verweigert völlig die Zusammenarbeit (im Vergleich zu anderen Firmen) und verwehrt die Mitteilung von Angaben die sonst zur raschen Lösung von Fällen die sich leider ständig wiederholen. Das bedeutet praktisch, dass Hunde gefunden worden sind die zwar mit einem Mikrochip versehen sind, dessen ID-Nummer aber in keiner Datenbank registriert worden ist und die deswegen seit Monaten in Hundeheimen eingesperrt sind weil man ihre Besitzer nicht ausfindig machen kann.
Wozu braucht man einen Mikrochip?
Die Koppelung einer ID-Nummer an einen bestimmten Personennamen bedeutet eine regelrechte Besitzerklärung. Jene Kenn-Nummer besagt, dass Sie die Familie des Hundes sind und, dass das Tier Ihnen gehört. Dies bedeutet auch, dass Sie in Bezug auf das Tier Rechte sowie Pflichten haben!
Wenn Sie einen Hund verloren haben, müssen Sie dem Gesetz nach eine Vermisstenmitteilung aufgeben. Diese Vermisstenmitteilung ist innert drei Tagen zu erstellen (sonst riskieren Sie eine Strafe dafür, dass Sie die Vermisstenmeldung nicht mitgeteilt haben und womöglich auch eine Strafe weil man annehmen könnte, dass Sie das Tier absichtlich ausgesetzt haben und dies egal, ob man das Tier tot oder lebendig aufgefunden hat). Diese Mitteilung ist nur dann gültig wenn sie beim Hunderegister oder bei der Zentrale der Vigili Urbani schriftlich erfolgt: wenn Ihnen keine SCHRIFTLICHE Kopie erlassen wird aber Sie die Meldung nur mündlich mitteilen... ist es wie wenn Sie gar nichts mitgeteilt hätten. Es ist Ihr Recht und Ihre Pflicht eine schriftlichen Kopie Ihre Vermisstenanzeige zu verlangen!
Falls das Tier von anderen Leuten gefunden wird und wenn Sie Ihre Vermisstenanzeige gesetzmäßig gemeldet haben, haben Sie somit alle gesetzlich zugelassenen Mittel zur Hand um zu beweisen, dass das Tier Ihnen gehört und, dass Sie es nur verloren und nicht ausgesetzt haben.
Falls Sie Ihren Hund nicht mehr besitzen wollen/können und Sie ihn an dritte abtreten möchten, reicht es lediglich, dass Sie sich zum Hunderegister begeben und dort das “documento di cessione” (also die Hundeenteignung) unterschreiben. Somit wird die neue Familie, mit allen Rechten und Pflichten zum neuen Besitzer des Tieres.
Wer ein Tier auch ohne Transponder findet und behält und dies nicht dem Hunderegister meldet, begeht einen Diebstahl der rechtlich verfolgbar und strafbar ist!
Was kann ein Mikrochip nicht machen.
Ein Mikrochip ist nicht in der Lage ein Tier in großer Entfernung zu orten. Dies ist aus rein technischen Gründen nicht möglich.
Denken Sie nur daran wie groß auch das kleinste Handy sein muss um von einem Satelliten geortet werden zu können...
Mängel af dem Wege der Verbesserung (hoffentlich...)
Zum heutigen Zeitpunkt, wie mit allen Erneuerungen, gibt es KEINE einheitliche nationale Datenbank, dass heißt dass es kein zentralisiertes Hunderegister gibt. In einigen Regionen (in den Abruzzen, Emilia Romagna, Lombardei, Veneto) arbeitet man an solchen Datenbanken die aber nur von regionaler Bedeutung sind. Doch ist es zumindest ein Anfang...
Die heutige Gesetzgebung sieht leider lediglich die Implantierung von Transpondern auf Hunden vor, während es vernünftiger wäre eine elektronische Datenbank für alle Haustiere zu haben. Aber wenn alle Haustierhalter (von Katzen- bis zu Frettchenbesitzern usw.) die Notwendigkeit einer solchen Datenbank öffentlich ausdrücken würden, würde man sicherlich viel schneller dieses Ziel erreichen. Schreiben Sie uns...
Das Team von Animali Persi e Ritrovati
PS: die Mikrochips entladen sich NICHT...
